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      Akzeptanz

    Als mein Arzt im Oktober vergangenen Jahres eine Reha empfahl, schob ich das Thema zunächst vor mir her. Vier Wochen am Stück? Fand ich etwas übertrieben. Mein Rücken sah das offenbar anders. 

    Irgendwann sagte ich zu. Vier Wochen – planbar, überschaubar. Damit konnte ich mich arrangieren. Typisch selbstständig legte ich die Zeit bewusst über Weihnachten und Neujahr. Wenn schon Auszeit, dann wenigstens „praktisch“ terminiert.

    Doch es kam anders als gedacht. Ein grippaler Infekt zwang mich in den ersten drei Wochen nahezu vollständig ins Bett. Statt Anwendungen und Training bestimmten plötzlich Ruhe, Geduld und Warten meinen Alltag. Aus den kalkulierten vier Wochen wurden schließlich fast sieben und genau dort begann das eigentliche Training – nicht im Kraftraum, sondern im Kopf.

    Zusätzlich wurde ich einer Akzeptanzgruppe zugeteilt. Stuhlkreis. Ehrliche Gespräche. Und die zentrale Frage: Was macht es mit einem, plötzlich sieben Wochen lang nicht „produktiv“ zu sein? Termine laufen ohne mich. Abläufe funktionieren auch ohne mein Zutun.

    Grundlage der Gespräche war ein bekannter Satz von Reinhold Niebuhr: „Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unter- scheiden.“

    Ich kann weder Wladimir Putin noch Donald Trump verändern. Und ich konnte auch nicht verhindern, dass mein Körper eine Pause einforderte. Aber ich kann entscheiden, wie ernst ich jeden einzelnen Gedanken nehme. 

    Eine Übung hat mir das eindrücklich vor Augen geführt: 

    Wenn du von etwas felsenfest überzeugt bist – ein innerer Glaubenssatz wie „Das muss jetzt unbedingt sein“, dann sing ihn einmal auf die Melodie von „Alle meine Entchen“. Wirklich. Laut und mit voller Überzeugung. 

    Du wirst merken: Du musst lachen. Und plötzlich verliert dieser vermeintlich so wichtige Satz seine Schwere. Nicht jeder Gedanke ist ein Fakt. Nicht jede Überzeugung ist ein Naturgesetz. 

    Akzeptanz bedeutet nicht, alles gutzuheißen. Akzeptanz bedeutet, anzuerkennen, dass Dinge – und auch Menschen – manchmal anders sind, als ich es gerne hätte. 

    Ich muss nicht jeden meiner Gedanken ernst nehmen. Und ich muss auch nicht jede Meinung anderer zu meiner machen. Manches darf ich verändern. Manches darf ich stehen lassen. Und manches darf ich einfach ziehen lassen. Ich wünsche uns allen die Gelassenheit, genauer hinzuschauen, bei uns selbst zu beginnen und nicht überall eingreifen zu wollen, nur weil wir es könnten. 


    Vielleicht reicht es manchmal schon, Akzeptanz einfach zu leben.

    Ihr Markus Grupp